„Herzlich Willkommen zum Sneak Preview der Manage Agile 2015“

Als ich meinen ersten Fachvortrag zum Thema Projektmanagement zum Thema „Agile Festpreisprojekte – Chance oder Risiko?“ bei der Manage Agile 2014 einreichte, wusste ich noch nichts davon, dass am Abend des ersten Konferenztages ein World Cafe zum Thema Agiler Festpreis stattfinden würde. Noch vor der ersten Keynote am Morgen hat der Veranstalter dann betont, dass im kommenden Jahr das Motto „Agiler Festpreis und agile Verträge“ sein würde.

Ein Blick auf die Vorträge in diesem Jahr zeigte recht schnell, dass mein Vortrag der einzige zu diesem Thema war. Was tun? Bis nächstes Jahr warten?

Natürlich nicht…

Die Konferenz

Die Manage Agile fand vom 27.10.-30.10.2014 nun zum dritten Mal statt. Etwa 300 Teilnehmer, Zwei Workshoptage, 50 Vorträge sowie diverse Keynotes bildeten den inhaltlichen Rahmen zu den Agilen Management-Aspekten.

Als erstes Zwischenfazit: Ich würde folgenden Untertitel für die Konferenz wählen: „Agile Unternehmenskultur und Führung in der Zukunft„.

Nach zwei Tagen Reizüberflutung durch sehr viele gute Vorträge mussten wir die Konferenz nur noch verstehen – anders ausgedrückt: Wie ordnen wir unser Unternehmen da ein?

Der Hauptschwerpunkt waren Vorträge zum Management, d.h. wie sich Agiles Vorgehen in die Organisation einbetten kann. Dementsprechend waren viele Unternehmensberater vor Ort, die Organisationen von nicht-agil nach agil transformieren können oder es jedenfalls behaupteten. Dazu noch viele Anwendungsberichte, wie Agil eben intern geht oder eben nicht. Nun. Meine Erkenntnis ist, dass wir bereits transformiert sind und deswegen schon ein verdammt cooles und agiles Unternehmen sind: Die akquinet besetzt das Thema Generation Y, hat sehr flache Hierarchien, die Führung motiviert und inspiriert, die Mitarbeiter haben Freiheiten und genießen das Vertrauen. Wir wollen uns ständig verbessern und schaffen das auch…

Wir sind also bestens gerüstet, um agil vorzugehen, haben nur eine Besonderheit im Geschäftsmodell: Wir haben externe Kundenprojekte und unsere Kunden befinden sich manchmal eben nicht in einem solchen agilen Umfeld. Diese Konstellation ist in den Vorträgen nicht so häufig vertreten gewesen und passend dazu, setzte hier der Vortrag mit dem Agilen Festpreis an.

Der Vortrag

agiler-festpreis

Wie immer startete ich mit einem Dilbert (Vortrag auf Slideshare) und hatte auch genügend Luft für die Diskussion gelassen. Die Kernaussage des Vortrags lag auf der Möglichkeit den bestmöglichen Outcome bei einem fixen Budget zu erzielen, wenn man die zu erledigenden Dinge regelmäßig in die richtige Reihenfolge bringt, um offen für Veränderungen zu sein.

  • Mit Hilfe einer Kosten/Nutzen-Betrachtung lassen sich die Features priorisieren und mit einem Budget versehen.
  • Mit dem ganz klassischen Mittel des Multi-Projektmanagements lässt sich die Entwicklung von Features parallelisieren.
  • Über Pareto beginnt eine Analyse/Design-Phase, um die anfänglich groben Anforderungen weiter zu konkretisieren und abzuschätzen.
  • Wenn jedes größere Feature zusätzlich in Muss, Soll, Kann-Teile zerlegt wird, kann mit dem design2cost-Ansatz der bestmögliche Outcome erreicht werden.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Diskussion:

  • Der Begriff Agiler Festpreis muss erklärt werden, da hier ganz besonders viel Erwartungsmanagement erforderlich ist
  • Einige haben sich Hinweise zu Vertragsmodellen erhofft. Das beschriebene Vorgehen passt nur bei einer vertrauensvollen Zusammenarbeit.
  • Viele positive Anmerkungen basierten auf der Erkenntnis, das das Verfahren eine gute Möglichkeit bietet, dem Auftraggeber einen Termin zu nennen, wann die Leistung erbracht sein wird.

Basierend auf diesem Input wurde der Vortrag überarbeitet auf der SeaCon 2015 eingereicht.

Empfehlungen

Es gab viele gute Vorträge, die unser Projektmanagement nachhaltig beeinflussen, da sie uns inspirierten und unseren aktuellen Weg auch bestätigten.

Der Spiegel der Organisation“ (Jens Coldewey) beschäftige sich damit, was agile Führung wirklich ausmacht: Der Post_Heroische Führungsstil ist eine Weiterentwicklung des (klassischen) Heroischen Führungsstils. Dieser ist damit in de Lage auf beiden Ebenen zu führen, wenn Bedarf ist. Agilität braucht katalytische Führung und eine Selbstreflektion „Wie können wir besser werden?“. Diese Aspekte werden wir in unser Projektmanagement-Handbuch aufnehmen, da bei der akquinet die Führung im Projekt ein besonders wichtiger Bestandteil ist.

Der Club der toten Teams“ (Udo Wiegärtner) war eine kurzweilige und bewegende Keynote. In Analogie zum Film wurden immer wieder Ausschnitte gezeigt, um damit die Bedeutung der Motivation eines Teams herzuleiten. Hiermit empfehle ich den Besuch der Abschlusskeynote auf der REConf 2015 am 18.03.2015 in München.

Weitere Erkenntnisse

Sehr viele Erfahrungsberichte zeigten auf, dass es immer wieder die individuellen Hybrid-Ansätze sind, die es schaffen eine Agilität in die Organisation zu bringen. Viele scheuen den Big-Bang-Ansatz „Alle machen jetzt Scrum“ und nähern sich der Agilität in kleineren Schritten. Dabei helfen diese diese wichtigen Aspekte eines agilen Arbeitsumfeldes:

  • Respekt
  • Fehlertoleranz
  • Anspruchsvoll
  • Fokussiert
  • Kollaboration
  • Wissensverteilung
  • Mut
  • Führung

In dem Vortrag Agile und Projektmanagement: Kein entweder oder sondern anders! glückte Steffen Thols der Versuch den Begriff Projektmanagement auf die agile Welt anzuwenden. Das Projektmanagement wird nach IPMA (International Project Management Association) als die Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation, -techniken und -mitteln definiert, um Projekte zu Initialisieren, Definieren, Planen, Steuern und Abzuschließen. Anders interpretiert bedeutete dies: Manager unterstützen und schaffen ein Umfeld, um Außergewöhnliches zu schaffen. Damit passt es sehr gut zum agilen Manifest.

Unser Projektmanagement-Handbuch basiert ebenfalls auf der IPMA und bietet uns damit ein hervorragendes Fundament für unsere Projekte. Wir haben damit alle Freiheiten die Projekte auf jeden Kunden auszurichten und dessen Bedürfnisse optimal zu unterstützen.

Fazit

Da wir schon dieses Jahr mit dem Hauptthema der kommenden Manage Agile vertreten waren, ist es quasi zwangsläufig, dass wir im kommenden Oktober 2015 wieder vertreten sein werden. Besonderen Fokus möchten wir auf die brisante Konstellation von Agilität in Projekten bei einer Geschäftsbeziehung eingehen. Neben den vertraglichen Aspekten liegt unsere Expertise auf dem sich entwickelnden Vertrauensverhältnis zwischen AG und AN.

Eine schöne weitere Erkenntnis ist es, dass die akquinet schon die Rahmenbedingungen für ein agiles Unternehmen erfüllt und wir ein angemessenes agiles Projektmanagement bei unseren Kunden machen.

Wir sehen uns bei der kommenden Manage Agile!

Tassilo Kubitz

Mitglied der GPM-Fachgruppe Agile Management

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